Anwendertreffen in Brühl
Phantastisch auf den Punkt gebracht
Pfungstadt, 08.11.2010
Autorin: Susanne Ney, Management & Krankenhaus, Darmstadt
Zum traditionellen Dach-Anwendertreffen lud die VEPRO AG ihre Teilnehmer nach Brühl in das Inspirationen freisetzende Phantasialand ein. Das Motto der Veranstaltung lautete: „Alle Informationen zu einem Patienten überall und jederzeit abrufbar“.
Die Veranstalter präsentierten bestehenden Kunden sowie Interessenten aus Kliniken, Praxen und beratenden Unternehmen ein umfassendes Zwei-Tage-Programm. Das VEPRO Team eröffnete den ersten Tag mit einem Erfahrungsbericht aus Customer Service und Projektmanagement und stellte neue Produktgenerationen, -neuheiten und Projekterweiterungen aus dem eigenen Hause vor. Den zweiten Tag gestalteten Anwender aus Koblenz-Mayen und Pirmasens mit Erfahrungen aus erster Hand sowie Harald G. Roth, CEO der VEPRO AG, mit einer Livepräsentation des VEPRO Health Portals, die zu besonderem Diskussionsstoff bei den rund 50 Teilnehmern führte.
Die vorgetragenen Anwenderberichte zeigten Lösungskonzepte zu standort- und klinikübergreifenden KIS/RIS/PACS Installationen an unterschiedlichen Häusern und stellten Zielsetzungen und Ergebnisse gegenüber. Peter Lampmann vom Klinikum Kemperhof (Koblenz / Mayen) referierte über das an seiner Klinik „standortübergreifende Workflowmanagement PACS & VIS (RIS)“ und Prof. Dr. Reinhard Kubale, Radiologische Praxis und Kai Noll vom Städtisches Krankenhaus Pirmasens präsentierten exemplarisch an ihren Häusern die Installation des „Workflowmanagements (PACS & VIS (RIS) – klinikübergreifend“.
Das Feedback aus beiden Berichterstattungen fiel für den Veranstalter gut aus. Die VEPRO zeigte sich in den Projekten „als Partner, der flexibel auf individuelle Bedürfnisse in angemessener Zeit reagierte“, so Peter Lampmann. Auch die Referenten aus Pirmasens sprachen von „einer soliden Umsetzung bei laufendem Betrieb“, von einer „sehr guten Akzeptanz der Web-Lösung durch die Ärzte“ sowie der „Etablierung eines schlanken Workflows, einem guten und preiswerten Fernsupports und nicht zuletzt von der Einsparung der Filmkosten von 120.000 Euro im Jahr im Krankenhaus.“
Die rege Beteiligung der Teilnehmer an den Anschlussdiskussionen spiegelte das große Interesse und den allgemeinen Bedarf an guten IT-Healthcare-Lösungen zu moderaten Preisen wider. Es stand bald die Frage nach dem generellen Preis für ein KIS System im Raum. Doch diese sei – so schloss das Podium recht schnell – aufgrund der individuellen Anforderungen durch die spezifische Organisation jeder einzelnen Klinik und ihrer vorhandenen Subsysteme wohl kaum zu beantworten. Ein breites Feld also für die Produktentwickler und Programmierer der VEPRO, die engagiert jeden Hinweis für Projektverbesserungen und -erweiterungen aufnahmen.
Stimmen aus Fachgesprächen zufolge ginge der Trend weg von Komplettlösungen aus einer Hand, wie sie vom klassischen Generalisten angeboten werden. Die Zukunft seien stattdessen individuelle Modularsysteme, die mit den vorhandenen Subsystemen kommunizieren könnten. In diesem Bereich scheint die VEPRO gut aufgestellt, allein das Anwendertreffen zeugte von ihrer Lösungsorientierung an den spezifischen Kundenanforderungen. Kundenwunsch und Kundenbindung stehen an oberster Stelle. Sei hier die alte Vertriebs-Maxime Maßgabe „Der Kunde muss zurückkommen und nicht das Produkt“, so zeigte VEPRO am Beispiel der Anwendertagung, wie so etwas funktioniert!
Der innovative Geist wurde besonders in der Nachmittagspräsentation des neuen VEPRO Health Portals durch die Geschäftsleitung Harald G. Roth und Wolfgang Kersten deutlich. Dringenden Anlass für die Etablierung einer global verfügbaren Patientenkartei biete die innerhalb der letzten 3 Jahre erfolgte Kostenexplosion im Gesundheitswesen durch das sogenannte Ärztehopping und den hieraus resultierenden Doppeluntersuchungen, so Harald G. Roth. Deutsche gingen im Jahr 2009 im Schnitt 18mal zum Arzt, während in den USA der Arzt nur 3mal im Jahr aufgesucht würde.
Bereits dieser internationale Vergleich zeigte die hohe Belastung des Gesundheitswesens. An dieser Stelle leiste das VEPRO Health Portal Abhilfe, da es überall und jederzeit zugänglich, alle Informationen zu einem Patientennamen zur Verfügung stellte. Es ginge – so Harald G. Roth weiter – um den Austausch jeglicher Information, auf welche sowohl Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, der Patient selbst und die durch ihn autorisierten Personen Zugriff erhielten. Die Transparenz der Informationen bliebe allerdings abhängig von der Einwilligung des Patienten selbst und der Vergabe von Zugriffsrechten. Damit ist, so muss man vermerken, auch die in Brühl vieldiskutierte Hürde des Datenschutzes genommen. Die anschließende Live-Demo mit Bilddaten und Video-Stream beeindruckte. Der Zugriff via Handy soll bis Ende des Jahres realisiert sein. Status Quo sei beispielsweise die Benachrichtigung, wer die Patienteninformationen angeschaut habe und dergleichen.
Die Vorteile eines solchen Health Portals, das gemäß des Veranstaltungsmottos „Alle Informationen zu einem Patienten überall und jederzeit abrufbar“ bereit hält, liegt auf der Hand: Kostenreduzierung, Zeitersparnis, Effizienz und Fehlervermeidung. Durch den multilingualen Ansatz wird auch ein internationaler Behandlungsablauf ohne Schwierigkeiten denkbar. Die globale Vernetzung und mögliche Datentransparenz in alle Richtungen mag Unbehagen besonders im Hinblick auf das Datenschutzthema erzeugen, doch birgt sie zugleich die Chance für jeden Patienten zu mehr Verantwortung für seine eigene Krankengeschichte.
Man sollte sich in seinen Gedanken und Ideen also nicht beschneiden lassen – so könnte das Fazit des Tages lauten – weder von Regularien, Konventionen noch von Denkmustern oder Ängsten. So gesehen lieferte der Veranstaltungsort den passenden Rahmen für die innovativen Impulse bei dieser Veranstaltung.
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